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Kinderbetreuung

Unentbehrlich: Kinderbetreuung

Für Kinder ab dem ersten Lebensjahr besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege (Kinderförderungsgesetz – KiföG). Bis dahin werden die Plätze massiv ausgebaut. Machen Sie sich mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut – besichtigen Sie einfach einmal mehrere Einrichtungen. Manche Mütter, die zunächst große Bedenken hatten, ihr Kind in fremde Hände abzugeben, konnten schnell ihre Vorurteile abbauen. Letztendlich sollten Sie entscheiden, welche Art der Kinderbetreuung für Ihre Familie geeignet ist.

Unter dem Begriff „Kindertageseinrichtungen“ fasst das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) Kindergärten, Tagesstätten und Horte in städtischer, konfessioneller und freier Trägerschaft zusammen. In Kindertageseinrichtungen können Kinder aller Altersgruppen betreut werden. Vermehrt gibt es auch Plätze für Kinder unter drei Jahren. Die Betreuungskapazitäten in den Offenen Ganztagsgrundschulen sind ebenfalls stark ausgebaut worden.

Seit 2013 hat jedes Kind ab einem Jahr ein Recht auf einen Betreuungsplatz. Leider heißt das nicht, dass man überall in der Nähe des Wohnortes oder gar in der Wunscheinrichtung einen Platz bekommt.

In den Kindertageseinrichtungen können Sie in der Regel zwischen verschiedenen Stundenkontingenten wählen: zumeist zwischen 25, 35 oder 45 Stunden wöchentlicher Betreuungszeit. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf die gewünschte Betreuungszeit und nicht jede Kindertagesstätte bietet alle Betreuungszeiten an. Melden Sie Ihren Bedarf, nach Möglichkeit frühzeitig, in einer Einrichtung Ihrer Wahl an. Da immer mehr Eltern eine Ganztagsbetreuung bevorzugen, gibt es immer mehr Plätze mit 45 Stunden Betreuungszeit. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis der Bedarf auch hier überall gedeckt sein wird.

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Eine Alternative zu einer Kita kann eine Tagesmutter sein (Tagesväter sind eine Seltenheit). Die offizielle Bezeichnung lautet „Betreuung in Kindertagespflege“. Die Tagesmutter betreut und versorgt die Kinder täglich oder an bestimmten Wochentagen in ihrer Wohnung. Die Zeiten stimmen Sie vorher fest ab. Als Kinderfrau wird eine Tagesmutter bezeichnet, die auf das Kind oder die Kinder im Haus der Auftraggeberin aufpasst. Manchmal übernimmt eine Kinderfrau auch leichte Hausarbeiten.

Tagesmütter kommen für jedes Kindesalter in Frage. Meist sind es vor allem Eltern von Kindern unter drei Jahren, die Kontakt mit einer Tagesmutter aufnehmen. Manche Frauen suchen für ihr Kleinkind bereits eine Tagesmutter, bevor sie wieder arbeiten gehen. So verschaffen sie sich für einige Stunden in der Woche die Freiräume, die sie brauchen, um ihren beruflichen Wiedereinstieg vorzubereiten.

Häufig betreut eine Tagesmutter mehrere Kinder, was besonders Eltern von Einzelkindern schätzen. Die Kindertagespflege ist inzwischen durch das neue Kinderförderungsgesetz der Betreuung in Einrichtungen gleichgestellt. Die Jugendämter bauen deshalb derzeit die Kindertagespflege stark aus. Hierzu gehört auch, die Tagespflegepersonen zu qualifizieren. Viele haben inzwischen einen Tagesmutter-Qualifikationslehrgang absolviert oder kommen aus einem pädagogischen Beruf.

Verschiedene öffentliche und private Einrichtungen (in der Regel das örtliche Jugendamt) vermitteln Ihnen Kontakte zu Tagesmüttern, die anerkannt sind. Da die „Chemie“ stimmen muss, sollten Sie ausreichend Zeit für die Suche einplanen.

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Lust auf Familienzuwachs? Dann könnte eine Au-pair-Kraft für Sie das Richtige sein. Voraussetzung: Sie können ein Zimmer erübrigen und haben Lust auf Kulturaustausch. Der positive Nebeneffekt: Die Kinderbetreuung lebt mit im Haus, was die Organisation vereinfacht. Außerdem erledigt das Au-pair leichte Hausarbeiten.

Au-pairs sind normalerweise Frauen und Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren aus dem Ausland. Sie bleiben zwischen sechs Monaten und einem Jahr.

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Primarstufe: Offene Ganztagsschulen (OGS)

In fast allen Gemeinden gibt es inzwischen Offene Ganztagsschulen in der Primarstufe; seit 2003 wurde die Betreuung der Schulkinder nahezu flächendeckend eingerichtet.

Der Offene Ganztag versteht sich als ganzheitliches Bildungs- und Erziehungsangebot. Träger der Betreuung sind anerkannte Verbände der Freien Jugendhilfe und Wohlfahrtspflege sowie streckenweise auch Fördervereine von Schulen. Jede Schule hat ein pädagogisches Konzept mit eigenen Schwerpunkten. Diese sind unter anderem vom Standort und von der Schülerstruktur abhängig. Sowohl die Bedürfnisse der Eltern und der Kinder als auch die der Schule werden berücksichtigt. Die Hausaufgabenbetreuung und das gemeinsame Mittagessen sind elementare Bestandteile. Grundsätzlich startet die Betreuung ab der 5. Schulstunde, so dass die Kinder inklusive des Unterrichtes zumeist mindestens von 8 bis 16 Uhr betreut werden. Fragen Sie bei der Schule Ihres Kindes bitte nach, ob dort auch vor dem Unterricht eine Betreuung geboten wird.

In Herne werden die Elternbeiträge einkommensabhängig erhoben. Die Mittagsverpflegung kostet zusätzlich; in der Regel sind es 50 Euro. Kinder aus einkommensschwachen Familien bekommen zumeist einen Zuschuss aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Voraussetzung dafür ist, dass die Eltern einen Euro pro Essen selbst tragen. Die Schulleitung sowie die Leitung der Betreuung informieren über das Antragsverfahren und helfen weiter. Auch im Betreuungsvertrag werden die Eltern auf diese Unterstützung hingewiesen.

Sekundarstufe I: Pädagogische Übermittagbetreuung

2009 wurde die „Pädagogische Übermittagbetreuung“ an allen Schulen der Sekundarstufe I mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht eingeführt: (Jahrgänge 5 – 10 an Haupt-, Förderschulen, Realschulen und Gymnasien). Diese beinhaltet die pädagogische Betreuung und Aufsicht in der Mittagspause und die ergänzenden Ganztagsangebote, wie Arbeitsgemeinschaften und Fördermaßnahmen an den übrigen Tagen. Die Inhalte und der Zeitrahmen der „Pädagogischen Übermittagbetreuung“ orientieren sich nicht nur nach dem Bedarf der Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem nach der Unterrichtsorganisation der einzelnen Schule.

Fester Bestandteil der „Pädagogischen Übermittagbetreuung“ ist eine gemeinsame Mittagspause, die betreut ist. Außerdem gehören Nachmittagsangebote wie Arbeitsgemeinschaften und Fördergruppen dazu. An einigen Tagen gibt es verpflichtenden Nachmittagsunterricht – an diesen Tagen müssen die Schülerinnen und Schüler an der „Pädagogischen Übermittagbetreuung“ teilnehmen. Dieses Nachmittagsangebot ist kostenfrei. Für die Mittagsverpflegung wird ein zusätzlicher Kostenbeitrag erhoben.

Wie auch im Offenen Ganztag erhalten Kinder aus einkommensschwachen Familien in der Regel einen Zuschuss für die Mittagsverpflegung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Voraussetzung ist, dass die Eltern einen Euro pro Essen selbst zahlen. Die Schulsekretariate helfen, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Sekundarstufe I: Gebundene Ganztagsschulen in Herne

Es gibt mittlerweile 6 Schulen mit einem gebundenen Ganztag in Herne.

Das bedeutet für die Schülerinnen und Schüler drei lange Unterrichtstage in der Woche (Montag, Mittwoch und Donnerstag). An den anderen beiden Tagen (Dienstag und Freitag) können die Kinder aber bei Bedarf ebenfalls bis 16 Uhr in der Betreuung bleiben.

Aufgrund dieser Verlängerung der Unterrichtszeit fällt für die Schülerinnen und Schüler eines weg: die Hausaufgaben! Stattdessen bekommen die Kinder Lernaufgaben, die sie während der Schulzeit in den sogenannten Lernzeiten erledigen. Die Lernzeiten dienen aber nicht nur zur Erledigung dieser Aufgaben, sie werden auch für weitere individuelle sowie musisch-kreative Förderung genutzt.

So entwickeln sich die Schulen vom Lern- zum Lebensort, an dem nicht nur gemeinsam gelernt, sondern auch etwas erlebt wird. Das gemeinsame Mittagessen und die Spiel-, Sport- und Entspannungsangebote in der Mittagspause tragen ebenfalls dazu bei. Ergänzt werden die Angebote durch eine breite Palette von AGs im Nachmittagsbereich, die je nach Interessenlage besucht werden können.

Für die Mittagsverpflegung wird ein zusätzlicher Kostenbeitrag erhoben. Zusätzliche Elternbeiträge fallen nicht an.

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