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Bildung und Weiterbildung

Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gibt es nicht nur für das Studium an Hochschulen, sondern auch für den Besuch anderer weiterführender Bildungsstätten sowie allgemeinbildender Schulen ab Klasse 10. Ein Anspruch auf Ausbildungsförderung nach dem BAföG besteht dann, wenn die Studierenden und Schüler/innen „die für ihren Lebensunterhalt und ihre Ausbildung erforderlichen Mittel nicht anderweitig zur Verfügung stehen“. Das Eltern-einkommen wird unter diesem Gesichtspunkt nur dann nicht berücksichtigt, wenn ihr Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Durch Schwangerschaft und Erziehung eines Kindes kann sich die Förderungshöchstdauer für eine „angemessene Zeit“ erhöhen. Auch die Freibeträge, die durch Erwerbseinkommen anrechnungsfrei auf das BAföG sind, erhöhen sich durch Kindererziehung. Alleinstehende, die Kosten für Fremdbetreuung ihrer Kinder nachweisen, können die Ausgaben zusätzlich mit bis zu 175 Euro monatlich für das erste und je 85 Euro für jedes weitere Kind vom Anrechnungsbetrag absetzen. Darüber hinaus kann die Rückzahlung bei Kindererziehung und daraus bedingtem geringen Einkommen auf Antrag zinslos gestundet werden. Alleinerziehende Studierende können pro Jahr zwei Drittel der Betreuungskosten, für jedes Kind unter 15 Jahren, steuerlich als Sonderausgaben geltend machen (max. 4000 Euro pro Kind pro Jahr).

Ein nahtloser Übergang von einer Familienphase ins Erwerbsleben ist die Ausnahme. Vielleicht müssen oder wollen auch Sie sich zunächst qualifizieren, einen Schulabschluss oder eine Ausbildung nachholen? Vielleicht drängt es Sie sogar in den Uni-Hörsaal? Suchen Sie sich Unterstützung. Es gibt Beratungsstellen, die bei Ihrer Berufs(weg)planung und -orientierung oder bei Weiterbildungswünschen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und den Prozess beschleunigen.

Unter anderem unterstützt die Agentur für Arbeit Berufsrückkehrerinnen beim Wiedereinstieg.
Berufsrückkehrerinnen sind laut SGB Frauen, die „ihre Erwerbstätigkeit wegen der Betreuung und Erziehung von aufsichtsbedürftigen Kindern oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger unterbrochen haben und in angemessener Zeit danach in die Erwerbstätigkeit zurückkehren wollen“. Der Gesetzgeber hat es diesem Personenkreis erleichtert, Leistungen der Arbeitsförderung zu erhalten. Allerdings wurden spezielle Angebote für Berufsrückkehrerinnen in Teilzeit zuletzt zurückgefahren. Daher gilt: Recherchieren Sie frühzeitig, welche Angebote für Sie in Frage kommen und informieren Sie sich, was Zugangsvoraussetzungen, Kosten und die Qualität der Abschlüsse angeht. Streben Sie eine Förderung über die Agentur für Arbeit an, ist es wichtig, dass die Qualifizierung für eine Förderung mit einem „Bildungsgutschein“ zugelassen ist.

Auszubildende können zusätzlich zu ihrem Ausbildungsgeld bei der zuständigen Arbeitsagentur Bundesausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen, wenn Sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. Die Zahlung von Grundsicherungsleistungen ist ausgeschlossen. Auszubildende, die bei ihren Eltern wohnen, haben keinen Anspruch auf BAB, dafür kann aber in diesem Fall ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II geprüft werden. Darüber hinaus kann beim zuständigen JobCenter geprüft werden, ob Leistungen für die Kosten der Unterkunft ausgezahlt werden. Sollte die BAB nicht bewilligt werden, weil es der Auszubildenden „dem Grunde nach“ nicht zusteht, ist die Beantragung von Wohngeld beim Fachbereich Soziales der Stadt Herne möglich. Darüber können Sie Elterngeld sowie für Ihr Kind Kindergeld beantragen. Ihr Kindergeld wird an Ihre Eltern ausgezahlt. Sollten Sie keinen Kontakt mehr zu Ihren Eltern haben, ist die Antragstellung auf Abzweigung des Kindergeldes zu Ihren Gunsten möglich.

Alleinerziehende Auszubildende können beim JobCenter unabhängig von einem generellen Anspruch auf Arbeitslosengeld II einen Mehrbedarf für Alleinerziehende sowie zusätzlich für ihr Kind Sozialgeld und den Anteil an den ungedeckten Kosten der Unterkunft beantragen. Klären Sie auch mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ab, ob Sie die Ausbildung in Teilzeit absolvieren können. Dabei kann die Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb reduziert werden. Allerdings bedeutet dies meist auch eine Verringerung der Ausbildungsvergütung.

Teilzeitberufsausbildung bietet jungen Eltern die Möglichkeit, Ihre Ausbildung zu beenden und gleichzeitig ein Kind zu versorgen oder bei einer Schwangerschaft, die Ausbildung nicht abbrechen zu müssen.
Gerade gegenüber Vollzeitauszubildenden, zeichnen sich Teilzeitauszubildende häufig durch eine deutlich höhere Motivation und gesteigertes Verantwortungsbewusstsein aus. Damit lässt sich bei Arbeitgebern punkten.

 

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Teilzeitberufsausbildung zu organisieren:

  • Teilzeitberufsausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit. Die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt in der Regel zwischen 25 und 30 Wochenstunden.
  • Teilzeitberufsausbildung mit Verlängerung der Ausbildungszeit. Die Arbeitszeit beträgt einschließlich des Berufsschulunterrichts zwischen 20 und 24 Wochenstunden.

Auszubildende und Betrieb besprechen gemeinsam, zu welchen Zeiten die Auszubildende im Betrieb ist (tageweise, vormittags, nachmittags, Arbeitszeitkonto). Dem Ausbildungsvertrag wird ein Zusatz angefügt, in dem die Teilzeitvereinbarung dann schriftlich fixiert wird. Die Berufsschulzeit kann jedoch nicht gekürzt werden.

Vorteile für Auszubildende

  • persönliche und berufliche Perspektive
  • Chance auf langfristige finanzielle Unabhängigkeit
  • kein Abbruch der Ausbildung

Vorteile für Unternehmen

  • Ausbildung von hoch motivierten und verantwortungsbewussten Beschäftigten
  • Reduzierte Lohnkosten
  • Möglichkeit der Ausbildung, auch dann, wenn das Arbeitsvolumen keine Vollzeitstelle rechtfertigt

Durch die reduzierte wöchentliche Ausbildungszeit verringert sich normalerweise die monatliche Ausbildungsvergütung. Es gibt jedoch zusätzliche Möglichkeiten, den Lebensunterhalt sicherzustellen.

Da sich bestimmte Leistungen gegenseitig ausschließen bzw. nur bewilligt werden, wenn andere Leistung nachweislich abgelehnt wurde, ist die Reihenfolge der zu beantragenden Leistungen von entscheidender Bedeutung. Stellen Sie alle Anträge so früh wie möglich, da die Bearbeitungsdauer sehr unterschiedlich ist. Beachten Sie auch, dass die Leistungen zu unterschiedlichen Terminen im Monat ausgezahlt werden. Finanzierungslücken können unter Umständen mit einem Darlehen des JobCenters überbrückt werden.

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) – Arbeitsagentur
  • Wohngeld – Stadt Herne, Fachbereich Soziales
  • Leistungen nach dem SGB II und XII – JobCenter
  • Elterngeld – Stadt Herne, Fachbereich Kinder-Jugend-Familie
  • Kindergeld und Kinderzuschlag – Familienkasse
  • Unterhalt / Unterhaltsvorschuss – Unterhaltsvorschusskasse
  • Leistungen aus dem Vermittlungsbudget des JobCenters, für Kosten, die Ihnen im Rahmen Ihrer Ausbildungsplatzsuche bzw. -aufnahme entstehen – JobCenter
  • Ermäßigung oder Befreiung von Kinderbetreuungskosten – Stadt Herne, Fachbereich Kinder-Jugend-Familie
  • GEZ-Gebührenbefreiung – GEZ
  • Befreiung von den Kontoführungsgebühren – Bank/Sparkasse
  • ermäßigte Tarife im ÖPNV – HCR
  • Bildungspaket – JobCenter / Stadt Herne, Fachbereich Soziales
  • sonstige Leistungen im Einzelfall, z.B. Waisenrente

Wenn es während der Ausbildung fachliche Schwierigkeiten gibt, bietet die zuständige Arbeitsagentur mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) fachliche Unterstützung zur erfolgreichen Beendigung der Ausbildung sowie sozialpädagogische Begleitung an.

Eine unerlässliche Voraussetzung für eine gelungene Teilzeitberufsausbildung ist jedoch die gesicherte Kinderbetreuung. Nur wenn die Kinder verlässlich betreut sind, ist der Kopf frei genug, um den Aufgaben und Anforderungen einer Berufsausbildung gewachsen zu sein.