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Aus- und Weiterbildung

Ein Leben lang: Aus- und Weiterbildung

Ein nahtloser Übergang von einer Familienphase ins Erwerbsleben ist die Ausnahme. Recherchieren Sie frühzeitig, welche Angebote für Sie in Frage kommen und informieren Sie sich, was Zugangsvoraussetzungen, Kosten und die Qualität der Abschlüsse angeht. Und suchen Sie sich Unterstützung.

Es gibt Beratungsstellen, die bei Ihrer Berufs(weg)planung und -orientierung oder bei Weiterbildungswünschen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und den Prozess beschleunigen. Vereinbaren Sie einen Termin für eine Beratung zur beruflichen Entwicklung (BBE). Und schauen Sie für aktuelle Weiterbildungen in den Veranstaltungskalender.

EDV-Seminare, Sprach- und Kommunikationskurse, Vermittlung von Führungswissen und Arbeitstechniken oder Fach-Workshops sind nur einige Beispiele. Dabei erwerben Sie nicht nur Kenntnisse, die sich gut im Lebenslauf machen, sondern Sie können auch Kontakte knüpfen. Dieser Nebeneffekt ist nicht zu unterschätzen. Weitere Pluspunkte: Sie lernen, sich neuen Herausforderungen zu stellen, und Ihre Familie kann sich daran gewöhnen, dass Sie regelmäßig unterwegs sind.

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Für viele berufliche Weiterbildungsmaßnahmen sind bestimmte Schulabschlüsse erforderlich. Volkshochschulen und andere Bildungsträger führen Kurse durch, in denen Erwachsene nachträglich einen Schulabschluss erwerben können, z.B. den Hauptschulabschluss, die Fachoberschulreife oder auch das Abitur. In manchen Städten werden speziell für Frauen auch Vormittagskurse angeboten, Abendschule ist ebenfalls möglich.

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Die Ausbildung in Teilzeit ist insbesondere für junge Mütter und Väter, die ihre schulische oder berufliche Laufbahn aufgrund der Geburt ihres Kindes unterbrochen haben, eine gute Lösung: Auf diese Weise können Eltern einen anerkannten Berufsabschluss erlangen oder ihre angefangene Ausbildung fortsetzen.

Gesetzliche Grundlagen

Mit der Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ist die Teilzeitausbildung seit 2005 rechtlich geregelt. Vor Beginn der Ausbildung stellen die oder der Auszubildende und der Ausbildungsbetrieb gemeinsam einen Antrag bei der zuständigen Kammer – vorausgesetzt, das Ausbildungsziel lässt sich in der kürzeren Zeit realisieren. Liegen berechtigte Gründe vor (z. B. Erziehung eines Kindes, Pflege eines Angehörigen), können Sie auch die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit reduzieren. Sie können eine Teilzeitausbildung in der regulären Dauer absolvieren – die Ausbildungszeit muss sich nicht zwingend verlängern.

Arbeitszeit und Ausbildungsdauer

Während der Teilzeitausbildung arbeiten die Auszubildenden rund 75 % der Regelarbeitszeit, sie sind bis zu 21 Stunden in der Woche im Betrieb. Je nach Organisation des Unterrichts am Berufskolleg kommen ein Schultag oder auch zwei Schultage hinzu. Insgesamt sind die Auszubildenden 30 Stunden wöchentlich beschäftigt.

Bei der Teilzeitausbildung lässt sich die Abwesenheit im Betrieb flexibel und individuell gestalten – eine tägliche Arbeitszeit von sechs Stunden sollte aber mindestens erreicht werden. So kann man z. B. neben den anderthalb Berufsschultagen eine betriebliche Arbeitszeit an zwei Tagen für jeweils sieben Stunden und an einem dritten Tag für sechs Stunden vereinbaren. Diese individuellen Lösungen sollen die Bedürfnisse der Betriebe und der Auszubildenden gleichermaßen berücksichtigen.

Ausbildungsvergütung und Förderungen

Nach neuster Rechtsprechung erfolgt keine Kürzung der Ausbildungsvergütung bei einer Teilzeitausbildung. Eine verbindliche Regelung dazu fehlt.

Reicht die Ausbildungsvergütung nicht aus, kann die oder der Auszubildende ggf. Berufsausbildungsbeihilfe bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragen.

Außerdem können die Auszubildenden Kindergeld für sich selbst (bis 25 Jahre) und für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Eltern mit geringem Einkommen erhalten zusätzlich einen Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich. In beiden Fällen hilft die Familienkasse der Agentur für Arbeit weiter.

Bei Bedarf gibt es zusätzliche finanzielle Hilfen: unter Umständen Kinderbetreuungskosten, eventuell ergänzendes Arbeitslosengeld II und Wohngeld. Informationen erhalten Sie bei Ihrer Agentur für Arbeit, Ihrem Jobcenter und der Wohngeldstelle der Stadtverwaltung.

Gesicherte Kinderbetreuung – ein MUSS

Nur wenn die Kinder verlässlich betreut sind, kann eine Teilzeitausbildung erfolgreich verlaufen. Der Kopf der Eltern muss frei sein – sonst sind sie den Aufgaben und Anforderungen einer Berufsausbildung nicht gewachsen. Obwohl sich die Situation bei der Kinderbetreuung für unter Dreijährige verbessert hat, ist es immer noch eine große Herausforderung für junge Eltern, Ausbildung und Familie zu vereinbaren.

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Für die meisten Studiengänge können Sie sich direkt an der Universität oder Fachhochschule bewerben. Wenn Sie schon immer von einem Studium geträumt haben, muss das nicht am fehlenden Abitur scheitern. In Nordrhein-Westfalen können Sie eine Eignungsprüfung ablegen, um Ihre Befähigung für ein bestimmtes Studienfeld nachzuweisen. Fragen Sie bei den Studienberatungsstellen der jeweiligen Universität nach den Aufnahmebedingungen.

Eine besondere Art des Studiums ist das Fernstudium. Das gibt Ihnen zeitliche Freiräume. Bedenken Sie aber, dass Sie bei einem Fernstudium größtenteils allein zu Hause arbeiten. Das erfordert von Ihnen sehr viel Disziplin und von Ihrer Familie viel Rücksichtnahme.

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Berufstätige zu mehr Weiterbildung zu motivieren – das ist das Ziel des Bildungsschecks. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds übernimmt das Land NRW die eine Hälfte Ihrer Weiterbildungskosten (maximal bis zu 500 Euro pro Bildungsscheck), die andere Hälfte tragen Sie selbst (individueller Zugang) oder Ihr Arbeitgeber (betrieblicher Zugang).

In den Genuss können Beschäftigte in kleinen und mittelständischen Unternehmen kommen, die sich beruflich weiterbilden möchten. Ein Bildungsscheck im individuellen und ein Bildungsscheck im betrieblichen Zugang innerhalb von 2 Kalenderjahren sind möglich. Das gilt auch, wenn Sie „nur“ einen Minijob haben oder in der Elternzeit sind. Auch Berufsrückkehrerinnen können einen Bildungsscheck beantragen. Sie müssen ihren Berufsweg wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen mindestens ein Jahr unterbrochen und dürfen keine Leistungsansprüche nach dem SGB III haben. Im individuellen Zugang können Sie nur dann einen Bildungsscheck bekommen, wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 30.000 Euro (60.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten) nicht übersteigt; im betrieblichen Zugang gibt es keine Einkommensgrenze.

Sechs Bildungsberatungsstellen in Herne und Bochum helfen, den Weiterbildungsdschungel zu durchkämmen. Sie stellen auch den Bildungsscheck aus. Gefördert werden können Angebote rund um Sprachen, EDV, Schlüsselqualifikationen sowie fachspezifische Weiterbildungen, bei denen die Kursgebühr mindestens 500 Euro beträgt. Nicht unter die Regelung fallen Hobby-Kurse oder arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen. Sie müssen die Weiterbildung bei einem anerkannten Träger der Weiterbildung absolvieren und sich vor Beginn einen Bildungsscheck ausstellen lassen.

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Die Bildungsprämie ist ein Instrument des Bundes, das individuelle berufliche Weiterbildung finanziell unterstützt. Derzeit besteht sie aus zwei Komponenten: dem Prämiengutschein und dem Spargutschein.

Eine Bildungsprämie können zum einen Angestellte in Deutschland erhalten, die durchschnittlich mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten. Zum anderen gehören auch Beschäftigte während der Mutterschutzfrist oder in Elternzeit zur Zielgruppe. Auch Arbeitnehmerinnen und Selbstständige fallen darunter, sofern deren Einkommen trotz der Mindestarbeitszeit unter den Regelleistungen der Grundsicherung liegt. Das sind sog. „Aufstocker“, die zusätzlich zu ihrem Einkommen noch Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten. Grundsätzlich muss das 25. Lebensjahr vollendet sein.

Gefördert werden Lehrgänge und Prüfungen, die auf das Fortkommen im ausgeübten Beruf, auf einen Berufswechsel oder auf den Erhalt bzw. die Entwicklung der Beschäftigungsfähigkeit abzielen. Pro Person kann alle zwei Kalenderjahre ein Prämiengutschein ausgestellt werden.

Den Prämiengutschein können Sie erhalten, wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 20.000 Euro (40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten) nicht übersteigt. Es werden 50 % der Weiterbildungskosten übernommen, maximal jedoch 500 Euro. Gefördert werden können weiterhin ausschließlich Maßnahmen, die den Maximalbetrag von 1.000 Euro nicht übersteigen.

Unser Tipp: Lassen Sie sich erst beraten, bevor Sie sich zur Weiterbildung anmelden!

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Aufstieg – leichter gemacht: Berufliche Aufstiegsfortbildungen werden gefördert. Aufstiegsfortbildungen, das sind Meisterkurse oder andere Lehrgänge, die auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereiten.

So sieht es das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) vor, das auch als „Meister-BAföG“ bekannt ist. Das „Meister-BAföG“ hilft, die berufliche Qualifikation zu stärken und regt die Motivation zur Fortbildung an. Handwerkerinnen und andere Fachkräfte, die sich auf einen Fortbildungsabschluss vorbereiten wollen, können diese Aufstiegsförderung beantragen. Fortbildungsabschlüsse sind bspw. Handwerks- oder Industriemeisterin, Technikerin, Fachkauffrau, Fachkrankenpflegerin, Betriebsinformatikerin, Programmiererin, Betriebswirtin o. ä. Die Antragstellerinnen müssen eine Erstausbildung abgeschlossen haben, die nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) anerkannt oder vergleichbar ist. Sie dürfen aber noch nicht über eine berufliche Qualifikation verfügen, die dem angestrebten Fortbildungsabschluss mindestens gleichwertig ist (z. B. über einen Hochschulabschluss). Eine Altersgrenze besteht nicht.

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Auch die Agentur für Arbeit unterstützt Berufsrückkehrerinnen beim Wiedereinstieg. Das Arbeitsförderungsrecht unterscheidet zwei Arten von Weiterbildung: Fortbildung und Umschulung. Während die Fortbildung auf dem erlernten Beruf aufbaut, qualifiziert die Umschulung für einen neuen Beruf. Die Dauer von Fortbildungen ist sehr unterschiedlich, die Agenturen für Arbeit gehen aber immer stärker dazu über, Fortbildungen in kürzerer modularer Form zu organisieren. Weiterhin können aber auch Umschulungen über die Agentur für Arbeit gefördert werden. Diese erfolgen überwiegend im pflegerischen Bereich. Weitere Informationen finden Sie unter: Weiterbildung (Arbeitsagentur.de)

Im Internet-Angebot „Kursnet“ können Sie sich eine Übersicht über Ausbildungen, Weiterbildungen oder Studiengänge verschaffen. Über den Filter „Nur mit Bildungsgutschein“ lassen sich Angebote filtern, die grundsätzlich über die Agentur für Arbeit gefördert werden können. Weitere Informationen zum Angebot der Agentur für Arbeit finden Sie im entsprechenden Kapitel.

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