Frau und Beruf

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Altersvorsorge

Die Gegenwart ist kompliziert genug, wer mag da schon an die Zukunft denken? Doch Weggucken hilft nicht. Durchschnittlich bekommen Frauen zurzeit 565 Euro eigene Versichertenrente in Westdeutschland, Männer 993 Euro (laut Statistik der deutschen Rentenversicherung, Rentenbestand 2014). Die Ursachen für die deutlich niedrigere Rente der Frau sind vielfältig: weniger Berufsjahre wegen der Kindererziehung, die schlechte Arbeitsmarktsituation und die Tatsache, dass Frauen immer noch um durchschnittlich 20 % schlechter bezahlt werden als Männer.

Verheiratete Frauen stehen sich im Alter auch nicht wirklich besser. Sie erhalten im Todesfall ihres Mannes nur 55 % Witwenrente. Nach Expertenschätzungen werden etwa Dreiviertel der heute 30- bis 59-jährigen Frauen eine Rente beziehen, die unter dem Niveau der Sozialhilfe liegt. Daher ist es sehr wichtig für Sie, möglichst frühzeitig Ihr eigenes gesetzliches Rentenkonto aufzufüllen und über private Zusatzversicherungen nachzudenken.

Selbst wenn Sie wenig Geld zur Verfügung haben, lohnt es sich, regelmäßig etwas auf die hohe Kante zu legen. Denn über eine lange Laufzeit kommt doch eine recht ansehnliche Summe zusammen. So ist z. B. die Förderung durch die „Riester-Rente“ gerade für Mütter, die nicht arbeiten, hoch interessant. Handeln Sie, denn wie heißt es so schön: „auch Kleinvieh macht Mist“.

Die gesetzliche Rentenversicherung erfüllt mehrere Aufgaben:

  • Zahlung der Altersrenten
  • finanzielle Grundsicherung für Hinterbliebene (z.B. Witwen)
  • und finanzielle Grundsicherung bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit

Eigene Rentenansprüche erwerben Sie durch die Beiträge, die Sie im Laufe Ihres Lebens einzahlen. Für ein Jahreseinkommen, das dem Durchschnittswert entspricht (im Jahr 2015 waren das 34.999 Euro brutto), erhalten Sie einen Entgeltpunkt. Beträgt Ihr Einkommen lediglich die Hälfte des Durchschnittseinkommens, werden Ihnen auch nur 0,5 Entgeltpunkte angerechnet. Übersteigt es das Durchschnittseinkommen, bekommen Sie entsprechend mehr Entgeltpunkte angerechnet, bei 120 % z. B. 1,2 Punkte. Ausbildungs- sowie Kindererziehungszeiten und die Zeiten für die Pflege von Angehörigen fließen mit unterschiedlicher Gewichtung ebenfalls in die Altersrente ein.

Die ungefähre Höhe Ihrer monatlichen Altersrente erhalten Sie, wenn Sie die Anzahl der Entgeltpunkte mit dem aktuellen Rentenwert – zurzeit 29,21 Euro (West) bzw. 27,05 Euro (Ost) – multiplizieren. Jeder Punkt zählt also!

Auskünfte über Ihren persönlichen Rentenkontostand erhalten Sie per Post direkt von der Deutschen Rentenversicherung. Seit 2004 nämlich erhalten alle Versicherten über 27 Jahre eine jährliche Renteninformation, die ihnen ihre Rentenansprüche erläutert. Alle Beschäftigten erhalten bei der Deutschen Rentenversicherung auch weitere Informationen, z. B. zur Höhe der Waisenrente oder zur Erwerbsminderungsrente.

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In der Vergangenheit haben nur wenige Frauen eigene Ansprüche auf Betriebsrente aufbauen können, da sie meistens nicht lange genug im Betrieb beschäftigt waren. Seit 2002 ist alles anders: seitdem nämlich ist über ein Betriebsrentengesetz gesetzlich verpflichtend geregelt, dass jede Arbeitnehmerin eine so genannte Entgeltumwandlung verlangen kann.

Wie funktioniert das? Ganz simpel: Sie verzichten auf einen Teil Ihres Gehalts (z. B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, etc.) und zahlen damit eigene Beiträge in eine betriebliche Altersvorsorge. Diese Zahlungen fließen steuer- und sozialabgabenfrei in eine Pensionskasse, in einen Pensionsfonds oder auch in eine Direktversicherung. Ihr Arbeitgeber hat dafür einen entsprechenden Gruppen- bzw. Rahmenvertrag abgeschlossen. Die Renditen aus dieser betrieblichen Altersversorgung (bAV) sind in der Regel höher als die aus privaten Renten- oder Kapitallebensversicherungen. Denn die Betriebe können bei Kollektiv-Verträgen günstigere Bedingungen aushandeln.

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Ihre Beiträge zur bAV sind bis zu einer Höhe von 4 % der jeweiligen Jahres-Beitragsbemessungsgrenze komplett steuer- und sozialabgabenfrei. Für das Jahr 2016 bspw. entsprechen die 4 % – berechnet von der Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 74.400 Euro – einem jährlichen Maximalbeitrag von 2.976 Euro. Ihr Arbeitgeber sagt Ihnen, ob Sie jährlich oder auch monatlich Gehalt umwandeln können.

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Auf jeden Euro, den Sie zugunsten einer bAV aufwenden, zahlen Sie keine Steuern und auch keine Sozialabgaben. Das ist für die meisten Beschäftigten ein indirekter Renditekick von 35 bis 40 %. Können Sie im Einzelfall noch mehr Geld ausgeben, bleiben weitere 1.800 Euro steuerfrei. Die spätere Betriebsrente müssen Sie allerdings versteuern, und Sie zahlen auch höhere Krankenkassenbeiträge.

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Bei den Betriebsrenten gelten Unisex-Tarife. Frauen müssen also trotz ihrer höheren Lebenserwartung keine höheren Beiträge zahlen als Männer. Ebenfalls gut zu wissen: Die Anwartschaften auf die Betriebsrente müssen im Fall von Arbeitslosigkeit grundsätzlich nicht verwertet werden; sie sind damit „Hartz IV“-sicher.

Bei der Betriebsrente können Sie auch flexibel jedes Jahr aufs Neue entscheiden, wie viel Sie von Ihrem Gehalt in die Altersvorsorge investieren wollen. Diese Flexibilität genießen Sie bei vielen anderen Altersvorsorge-Verträgen nicht. Und bei einem Arbeitsplatzwechsel können Sie die erworbenen Betriebsrenten-Ansprüche auf das neue Unternehmen übertragen.

Auch während der Elternzeit oder des Bezugs von Krankengeld dürfen Beschäftigte die Beiträge in die bAV freiwillig weiter einzahlen und profitieren damit von den günstigen Rahmenverträgen.

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Auch bei den Riester-Verträgen handelt es sich um staatlich geförderte private Altersvorsorge. Anders als bei der oben dargestellten betrieblichen Altersrente erhalten die Sparerinnen hier direkte Zuschüsse in Form von Zulagen. Zusätzlich können die eigenen Zahlbeiträge von der Steuer abgesetzt werden – ein doppelt lukratives Geschäft also.

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  • alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung (also: Arbeitnehmerinnen, pflichtversicherte Handwerkerinnen, Publizistinnen, Künstlerinnen, aber auch Arbeitslose und Landwirtinnen)
  • Minijobberinnen, die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichten (die also zusätzlich zum Arbeitgeber auch eigene Beträge in die Rentenkasse zahlen)
  • Eltern während der Elternzeit,
  • Arbeitnehmerinnen im öffentlichen Dienst, bei Kirchen und in Krankenhäusern
  • Beamtinnen
  • und Ehefrauen von förderungsberechtigten Männern.

Um regelmäßig die staatliche Finanzspritze zu erhalten, müssen Sie einen eigenen Vertrag zur Altersvorsorge abschließen. Der Vertrag muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit er als „riestertauglich“ und damit zuschussfähig gilt. Diese sind:

  • Die Rente darf erst zusammen mit der Altersrente fällig werden..
  • Die spätere Zahlung erfolgt überwiegend als Rente und nicht als Einmal-Kapital.
  • Ein gewisser Mindest-Eigenbetrag ist zwingend notwendig, damit die Zulagen gezahlt werden dürfen.

Der Mindest-Eigenbeitrag, den Sie für einen Riester-Vertrag aufwenden können, beträgt 4 % des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens, steuerlich wirksam sind maximal 2.100 Euro pro Jahr. An staatlicher Zulage gibt es 154 Euro Grundzulage plus 185 Euro Kindergeldzulage für jedes kindergeldberechtigte Kind in Ihrem Haushalt. Für Kinder, die 2008 und später geboren wurden, zahlt der Staat sogar eine Zulage von 300 Euro jährlich auf Ihren Vertrag ein. Wenn beide Ehepartner in einen eigenen Riester-Vertrag einzahlen, erhält jeder eine eigene Grundzulage. Und für junge Menschen, die zu Beginn des Beitragsjahres nicht älter als 25 Jahre sind, gibt es einen einmaligen Bonus von 200 Euro dazu.

Ehefrauen ohne eigenes Einkommen können über den Partner „riestern“, sofern er einen Sparvertrag abschließt. Mit dieser „Huckepack-Lösung“ kann eine eigene Altersrente aufgebaut werden, und die staatlichen Zulagen gehen nicht verloren.

  • Banken und Sparkassen bieten Fondssparpläne oder festverzinsliche Banksparpläne an.
  • Bausparkassen werben mit Wohn-Riester-Bausparverträgen.
  • Versicherungsgesellschaften haben festverzinste und auch fondsgestützte Riester-Policen im Angebot.

Was letztendlich im Alter als Rente ausgezahlt wird, hängt natürlich von der Laufzeit Ihres Sparvertrages, von der Verzinsung und Rendite, aber auch von unserer prognostizierten Lebenserwartung ab. Denn die Rente muss – egal welchen Anbieter Sie gewählt haben – immer für ein ganzes Leben lang gezahlt werden. Und das dauert bei Frauen durchschnittlich an die 90 Jahre.

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Bei Arbeitslosigkeit im „Hartz IV-Bezug“ ist auch die Riester-Rente sicher, muss also nicht aufgelöst und verwertet werden.

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Seit 2005 existiert eine zusätzliche Altersvorsorge, die hochgradig steuerlich gefördert ist: die so genannte Rürup- oder auch Basis-Rente. Die Rürup-Rente funktioniert nach ähnlichen Regeln wie die gesetzliche Rente. Die Verträge sind weder beleihbar, noch veräußerbar, können nicht „kapitalisiert werden“ (das heißt, es ist im Alter keine Auszahlung von Kapital möglich), auch ist die Vererbbarkeit sehr eingeschränkt, Konkret gesagt, das eingezahlte Geld ist bei einem frühen Tod – also vor Rentenbeginn – verloren. Da das weder im Sinne der Kunden noch der Gesellschaften ist, können durch entsprechende Zusatzvereinbarungen die Ehepartner als Erben berücksichtigt werden. Die Rente wird frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt und auch nur in monatlichen Raten (also als klassische Rente).

Damit ist dieses Vorsorge-Produkt relativ starr; die Rürup-Rente bietet aber eine gute zusätzliche Vorsorgemöglichkeit für all diejenigen, die später Wert auf regelmäßige monatliche Rentenzahlungen legen. Hohe Steuervorteile haben insbesondere Freiberuflerinnen und Selbstständige, da die Beiträge – analog zu den gesetzlichen Rentenkassenbeiträgen – die Steuerlast deutlich verringern.

Insgesamt kann ein Single ab 2025 dann 22.172 Euro Beitrag absetzen, für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. Da die steuerliche Absetzbarkeit in Stufen ansteigt, können im Jahr 2016 davon allerdings erst 85 % geltend gemacht werden, also 18.181 Euro / 36.362 Euro pro Jahr. Der Prozentsatz steigt aber Jahr um Jahr an, bis im Jahr 2025 die 100 % Absetzbarkeit erreicht ist.

Für die meisten Arbeitnehmerinnen ist die Rürup-Police nicht die erste Wahl, da die steuerlich absetzbaren Vorsorgeaufwendungen schon durch die gesetzlichen Beiträge zur Renten- und Krankenkasse ausgeschöpft sind. Für Freiberuflerinnen ohne Versorgungswerk ist sie jedoch die passende Alternative zur Gesetzlichen Rentenversicherung, und auch Beamtinnen können mit einer Rürup-Rente gut eine – steuerlich absetzbare – zusätzliche Altersvorsorge betreiben.

Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen, Sparverträge, Investmentfonds und Aktien sind die wichtigsten Formen, um finanzielle Rücklagen für spätere Zeiten zu bilden. Planen Sie etwas Zeit ein, um sich einen Überblick zu verschaffen!

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Eine kapitalbildende Lebensversicherung umfasst zwei Vorsorgegedanken: zum einen den Risikoschutz, der allerdings nur im Todesfall wirksam wird, und zum anderen einen Sparvertrag. Die Versicherungssumme wird also entweder mit Ablauf des Vertrages (= Erlebensfallleistung) ausbezahlt oder wenn die versicherte Person während der Laufzeit des Vertrages stirbt (= Todesfallleistung). Die kapitalbildende Lebensversicherung ermöglicht daher beides: Sparen für ein finanzielles Polster im Alter und Schutz für Angehörige.

Die Spareinlage legt die Versicherungsgesellschaft so an, dass Sie nach einer festgelegten Laufzeit mit der garantierten Versicherungssumme (Kapital plus garantierte Zinsen) zuzüglich einer Überschussbeteiligung dessen, was die Versicherungsgesellschaft erwirtschaftet hat, rechnen können. Die Erträge von Lebensversicherungen, die seit dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden bzw. werden, sind bei Auszahlung zur Hälfte steuerpflichtig. Für bestehende Verträge aus der Zeit vor 2005 gelten andere Regelungen. Hier bleibt die Auszahlung nach wie vor steuerfrei, wenn der Vertrag eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren hat.

Das Problem bei Lebensversicherungen ist für viele: Man bindet sich relativ lange – und zwar bei recht geringer Flexibilität, wenn die Zeiten einmal weniger gut sind. Versicherungsverträge sehen nämlich keine einfachen Lösungen vor, um die Beiträge einfach mal auszusetzen oder zu reduzieren, falls Ihnen zeitweise weniger Geld zur Verfügung steht. Außerdem ist die Gesamtverzinsung in den letzten Jahren immer mehr gesunken, so dass die einstige Attraktivität dieses Produktes für viele verloren gegangen ist.

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Private Rentenversicherungen sind eine Variante der Kapitallebensversicherungen: Hier können Sie zwischen einer einmaligen Auszahlung und einer lebenslangen Rente wählen. Oft können Sie die Entscheidung noch kurz vor Eintritt ins Rentenalter treffen. Ansonsten ist alles wie bei der Kapitallebensversicherung:

  • Es gibt einen festen Garantie-Zins für die komplette Laufzeit.
  • Die Überschüsse als zusätzliches Plus erhöhen die Auszahlsumme / die ausgezahlte Rente.
  • Sparbeiträge können alternativ in Fonds investiert werden.
  • Bei Tod erhalten die Hinterbliebenen das vorhandene Guthaben zurück.
  • Bei Auszahlung müssen Sie eventuell einen Teil versteuern, abhängig vom Beginn der Versicherung.

Für beide Versicherungsmodelle gilt: Der Abschluss kostet Geld, da die dazwischen geschalteten Vermittler eine Provision kassieren. Das ist zwar grundsätzlich nicht zu beanstanden, reduziert aber Ihre Rendite. Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld genau informieren, welches die besten Versicherer auf dem Markt sind, damit Sie für den Abschluss nicht zu viel bezahlen.

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Sparverträge von Banken und Sparkassen haben den Vorteil, dass Sie auch kurze Laufzeiten vereinbaren – anders als bei den Versicherungsprodukten – und außerdem mit festen garantierten Zinsen rechnen können. Der Preis dafür ist, dass die Zinsen häufig etwas geringer als bei anderen Anlageformen sind. Die Rendite wird noch einmal geschmälert, weil die Erträge pauschal mit 25 % versteuert werden (= Abgeltungssteuer, zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätsbeitrag), sobald Sie den Sparerfreibetrag von 801 Euro überschreiten. Dennoch sind Sparverträge eine gute Alternative für alle diejenigen, die flexibel bleiben wollen – sowohl was die Höhe der Beiträge als auch was die Wahl der Laufzeit angeht.

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Investmentfonds werden an den Börsen gehandelt. Es handelt sich hierbei um großvolumige „Geld-Töpfe“ – bestehend aus einer Mischung von diversen Aktien, festverzinslichten Wertanlagen oder Immobilien. Gehandelt und gemanagt wird das Ganze von Profis, die aus dem Wirrwarr der Börsennachrichten ein System machen und demzufolge für uns die Anlageentscheidungen treffen. Die Renditeaussichten sind grundsätzlich höher als bei klassischen Sparverträgen oder Lebensversicherungen, eine Erfolgsgarantie gibt es bei Investmentfonds jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Die Balance von Sicherheit und Risiko, also das Verhältnis von Aktienanteil zu anderen sicheren Wertpapieren, ist bei jedem Fonds anders. Und die letzten Börsenjahre haben gezeigt, dass Krisen – seien es kriegerische oder terroristische Auseinandersetzungen oder auch Spekulationen von Banken und anderen Geldhäusern – ganz erheblichen Einfluss auf alle Geldanlagen haben.

Anlegerinnen und Anleger, die in Fonds investieren, müssen manchmal einen „langen Atem“ haben, um ihre Verluste wieder auszugleichen. Nur wenn Sie starke Nerven besitzen, ist diese Form der Altersvorsorge die geeignete. Denn satte Gewinne sind nach wie vor möglich und machbar.

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Keine Geldanlage brachte in den letzten Jahrzehnten einen so hohen Gewinn. Doch eine sichere Geldanlage sind Aktien nicht. Sie sind es auch nie gewesen, wie die Talfahrten so mancher Papiere deutlich zeigen… Kurzfristige und gelegentlich auch mittelfristige Kursschwankungen sollten Sie aufgrund guter Nerven oder besser eines finanziellen Polsters unbeschadet überstehen können.

Aktien sind das Richtige für Sie, wenn Sie bereits Eigenkapital angespart haben und bereit sind, sich mit den Entwicklungen der Börse auseinander zu setzen. Wer in Aktien investiert, sollte Zeit haben. Angesichts der weltweiten Marktverwerfungen können Sie nicht mehr davon ausgehen, dass genau Ihr Papier auf 30 oder 50 Jahre nur von Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen profitieren wird. Aktien-Investment im 21. Jahrhundert heißt vielmehr aktives Handeln. Und das bedeutet immer wieder umzuschichten und zu verkaufen. Wer das nicht kann oder mag, lässt besser die Finger davon.

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Anteile an einem Geschlossenen Fonds sind unternehmerische Beteiligungen. Durch die Auflegung eines solchen Fonds wird Geld für ein definiertes Projekt (Container-Schiff, Windpark, Einkaufszentrum, Flugzeug, etc.) gesammelt. Bei Platzierung wird ein Fondsvolumen vorgegeben. Sobald dieses erreicht ist, also vollständig gezeichnet wurde, sind keine weiteren Zeichnungen mehr möglich und der Fonds wird geschlossen. Dann muss man als Anlegerin einfach warten, wie die Gesellschafter mit dem Projekt voran kommen und ob sich die versprochenen Renditen einstellen oder nicht.

Aufgrund ihrer mangelhaften Vergleichbarkeit sind die Anteile wenig liquide (das bedeutet, dass Sie keinen Käufer finden, weil es eigentlich keinen „Markt“ dafür gibt), denn diese Anteile werden nicht über die Börse gehandelt. Sie als Anlegerin haben auch keinen Anspruch auf Rücknahme des Anteils durch den Emittenten, sollte es einmal knapp werden in Ihrer Kasse und Sie die Anteile verkaufen wollen. Auf den wenigen Marktplätzen handeln die Anteile häufig mit nicht unerheblichen Auf- oder Abgeldern. Viele sprechen hier auch vom „grauen Kapitalmarkt“, mit dem Ergebnis: Finger weg! Ihr Verlustrisiko ist immens.

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Viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz oder sind schon arbeitslos geworden. Vielleicht geht es Ihnen ebenso. Wenn Sie privat für Ihre Altersabsicherung sorgen wollen, sollten Sie wissen, welche Ersparnisse angerechnet werden, falls Sie bei längerer Arbeitslosigkeit oder bei starken gesundheitlichen Einschränkungen einen Antrag auf Arbeitslosengeld II oder auf Sozialgeld stellen müssen.

Grundsätzlich gibt es Schonvermögen, also Vermögen, das nicht angetastet und verwertet werden darf. Darüber hinaus existieren weitere Freibeträge. Derzeit liegt die Freigrenze pro Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft bei 150 Euro pro vollendetem Lebensjahr, das sind somit für jeden Erwachsenen maximal insgesamt 9.750 Euro Freibetrag an „freiem Vermögen“, beispielsweise Ihr Geld auf dem Giro- oder Sparkonto, im Bausparvertrag, in Aktien und/oder anderen Wertpapieren angelegt, oder auf dem Tages- und Festgeldgeldkonto.

Neben dem oben angesprochenen Grundfreibetrag gelten noch weitere Geldbeträge als „Schonvermögen“ sofern sie in bestimmten Altersvorsorgeprodukten angesammelt wurden. Dazu gehören zum Beispiel Ihre

  • Riester-Rente.
  • Rürup-Rente
  • privaten Lebens- und Rentenversicherungen
  • Betriebsrente (bAV) (alle Beiträge, die vom Arbeitgeber und von Ihnen selbst finanziert wurden).

Für diese Policen gibt es den zusätzlichen Freibetrag von 750 Euro pro Lebensjahr pro vollendetes Lebensjahr, maximal jedoch 48.750 Euro (rechnen also: alle Rückkaufswerte aus den Policen zusammen dürfen maximal 10 % über dem Höchstwert liegen). Die zwingende Voraussetzung ist zum einen, dass der Altersvorsorgevertrag erst mit Renteneintritt ausgezahlt und ein Verwertungsausschluss vereinbart wird.

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